Der Freund, der nie antwortet
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Lena saß am Samstagabend auf ihrem Bett und starrte auf ihr Smartphone. Der Bildschirm leuchtete im dunklen Zimmer, aber die Nachrichten blieben unbeantwortet. Seit drei Tagen hatte sich ihre beste Freundin, Anna, nicht gemeldet. Das war sehr ungewöhnlich, denn sie schrieben normalerweise jeden Tag miteinander. Lena wurde langsam nervös. Hatte Anna vielleicht ein Problem? Oder war sie einfach nur beschäftigt?
Zuerst wollte Lena warten. Vielleicht brauchte Anna einfach etwas Ruhe. Sie stellte ihr Telefon auf lautlos und versuchte, sich auf ihre Hausaufgaben zu konzentrieren. Aber es fiel ihr schwer. Immer wieder griff sie nach dem Gerät, um zu prüfen, ob eine Antwort gekommen war. Doch da war nichts. Nur die leere Konversation mit den letzten Nachrichten von Lena: Wie geht es dir? und Wir sehen uns am Montag, oder?
Nach einer Stunde konnte Lena nicht mehr warten. Sie überlegte, was sie tun sollte. Sollte sie anrufen? Das klang vielleicht zu aufdringlich. Vielleicht hatte Anna ihr Handy verloren oder die Batterie war leer. Andererseits könnte etwas Schlimmes passiert sein. Ihr Herz schlug schneller. Sie stand auf und ging zum Fenster. Draußen regnete es leicht, und die Straßen waren fast leer.
Lena entschied sich schließlich, direkt nachzufragen. Sie tippte eine neue Nachricht: Hey Anna, ich mache mir Sorgen. Alles okay? Ruf mich bitte an, wenn du kannst. Sie schickte die Nachricht ab und wartete. Die Minuten vergingen wie Ewigkeiten. Lena ging auf und ab im Zimmer. Plötzlich vibrierte ihr Telefon. Es war ein Anruf von Anna. Lena atmete tief durch und nahm ab.
Hallo?, fragte sie leise.
Oh, Lena! Entschuldige bitte, sagte Annas Stimme klang müde, aber erleichtert. Ich bin im Krankenhaus.
Lena wurde blass. Was ist passiert? Ist es ernst?
Nein, nicht wirklich, erklärte Anna. Ich habe mich gestern beim Sport verletzt. Ich hatte eine kleine Operation am Knöchel. Ich wollte dich nicht beunruhigen, weil ich dachte, du hast keine Zeit. Aber jetzt bin ich zu Hause und fühle mich besser.
Lena spürte, wie die Anspannung aus ihrem Körper wich. Sie war froh, dass Anna in Sicherheit war. Du hättest mir einfach Bescheid sagen können, sagte Lena sanft. Ich bin deine beste Freundin. Wir teilen uns alles.
Ja, du hast recht. Es tut mir leid. Ich wollte nur nicht stören.
Niemals. Aber ruf mich an, wenn etwas passiert. Versprochen?
Versprochen, lachte Anna leise.
Lena legte auf und lächelte. Sie war dankbar, dass sie nicht einfach gewartet hatte. Manchmal ist es wichtig, direkt nachzufragen, besonders wenn man sich Sorgen macht. Am Montag würde sie Anna besuchen und ihr einen Blumenstrauß mitbringen. Bis dahin konnte sie endlich entspannt schlafen.